Meldungen
China sagt hochrangige Treffen mit der EU kurzfristig ab
Warum relevant: Eskalation eine Woche vor dem EU-Gipfel, der eine härtere China-Linie berät. Direkter Druck auf die Handelsagenda der deutschen Industrie.
Vertiefen ↓
Kontext
Laut Financial Times hat Peking zwei Termine kurzfristig abgesagt: den Digitaldialog auf Ministerebene (geplant für den 23. Juni in Peking) und ein Treffen mit dem stellvertretenden Generalsekretär des Auswärtigen Dienstes, Olof Skoog. Hintergrund sind die Spannungen um Chinas Exportoffensive in die EU; die Absage gilt als Signal an die Staats- und Regierungschefs vor dem Gipfel. Chinas Außenministerium erklärt, man bleibe "in Kommunikation".
Für Mitglieder
Jede Eskalation mit Peking erhöht den Wert von Diversifizierung und Resilienz in den Lieferketten, das Kernargument der LADW für Lateinamerika. Beobachten: Reaktion des EU-Gipfels und mögliche Gegenmaßnahmen mit Folgen für Vorprodukte.
Quellen
Tiefer einsteigen
EU streicht Brasilien von der Lebensmittel-Positivliste - Importstopp ab 3. September droht
Warum relevant: Erster großer Handelskonflikt seit der vorläufigen Anwendung des Mercosur-Abkommens am 1. Mai. Belastet genau das Ratifizierungsklima, für das die Bundesregierung wirbt.
Vertiefen ↓
Kontext
Brasilien ist das erste Land, das von der EU-Liste der Staaten gestrichen wird, die die Antibiotika-Standards für Lebensmittel erfüllen. Betroffen sind Rind, Geflügel, Eier, Aquakultur und Honig. Der Stopp greift ab dem 3. September, falls Brasília bis dahin keine Garantien vorlegt; Lieferungen laufen vorerst weiter. Brasiliens EU-Botschafter verhandelt bereits über eine Wiederaufnahme.
Für Mitglieder
Eskalationsrisiko für das gesamte Handelsklima: Gegenmaßnahmen Brasílias könnten auch Industriegüter treffen, und der Vorgang liefert Abkommensgegnern im Europäischen Parlament Munition. Ein Thema für die nächsten Gespräche in Berlin und Brüssel.
Quellen
Tiefer einsteigen
USMCA: Gespräche laufen, formelle Überprüfung startet am 1. Juli
Warum relevant: Der Ausgang bestimmt das Standortkalkül für die Mexiko-Fertigung der deutschen Industrie, vom Zollregime bis zu den Ursprungsregeln.
Vertiefen ↓
Kontext
Die erste gemeinsame Überprüfung des Abkommens beginnt formell am 1. Juli 2026, sechs Jahre nach Inkrafttreten; bilaterale Gespräche zwischen Washington und Mexiko-Stadt laufen seit Mitte März. Bestätigen nicht alle drei Länder die Fortführung, wechselt das Abkommen in jährliche Überprüfungen bis 2036, ein Damoklesschwert für langfristige Investitionen.
Für Mitglieder
Mitglieder mit Nearshoring-Plänen sollten Szenarien rechnen: Verlängerung, Dauerprüfung oder Neuverhandlung mit schärferen Ursprungsregeln treffen Automotive und Elektroindustrie unterschiedlich hart.
Quellen
Tiefer einsteigen
Mercosur: Vorläufige Anwendung läuft, volle Ratifizierung weiter offen
Warum relevant: Der Zollabbau gilt bereits, doch das angefragte EuGH-Gutachten kann die endgültige Ratifizierung um bis zu zwei Jahre verzögern.
Vertiefen ↓
Kontext
Seit dem 1. Mai wird das Interims-Handelsabkommen mit allen vier Mercosur-Staaten vorläufig angewendet; alle Mercosur-Parlamente haben ratifiziert. Auf EU-Seite steht die Zustimmung der Parlamente noch aus, und das Europäische Parlament hat den EuGH angerufen, um die Zulässigkeit der vorläufigen Anwendung zu klären.
Für Mitglieder
Planungsgrundlage bleibt die vorläufige Anwendung: Zollvorteile für Industriegüter können bereits genutzt werden. Für Investitionsentscheidungen mit langem Horizont bleibt die Ratifizierungsunsicherheit jedoch ein Faktor, den die LADW in Berlin adressieren sollte.
Quellen
Tiefer einsteigen
Inflation fällt auf 2,1 Prozent - Fitch stuft Argentinien auf B- hoch
Warum relevant: Bessere Finanzierungsbedingungen öffnen ein Fenster für Rohstoff- und Energieprojekte; das politische Risiko bleibt aber hoch.
Vertiefen ↓
Kontext
Die Monatsinflation sank im Mai auf 2,1 Prozent (April: 2,6), der zweite Rückgang in Folge; über zwölf Monate liegt sie bei 33,2 Prozent. Fitch hob das Rating von CCC+ auf B- an, der IWF erwartet rund 4 Prozent Wachstum 2026 und 2027. Gegenwind: schwache Industrieaktivität, Korruptionsvorwürfe und sinkende Zustimmung für die Regierung Milei.
Für Mitglieder
Für Mitglieder mit Lithium-, Kupfer- und Energieinteressen verbessert sich der Investment Case spürbar. Zugleich gilt: Projekte politisch breit absichern, die Reformkoalition ist fragiler als die Marktdaten nahelegen.
Quellen
Economic News Brasil →CNN Brasil →
Tiefer einsteigen
Steuerreform im Testjahr: CBS und IBS stehen jetzt auf jeder Rechnung
Warum relevant: Direkter Bezug zum DBA-Dossier der LADW; die Übergangsregeln bestimmen den Compliance-Aufwand deutscher Tochtergesellschaften.
Vertiefen ↓
Kontext
Seit Januar müssen Rechnungen die neuen Steuern CBS (Bund) und IBS (Staaten und Kommunen) mit zusammen 1 Prozent ausweisen; sie ersetzen schrittweise PIS, Cofins, ICMS und ISS. Das Verwaltungsgremium des IBS wurde per Ergänzungsgesetz 227/2026 geschaffen. Unternehmen sollten die laufenden Durchführungsverordnungen eng verfolgen.
Für Mitglieder
Das Testjahr 2026 entscheidet, wie aufwendig die Umstellung wird. Für die LADW verändert die neue Systematik zugleich die Argumentationsgrundlage für ein Doppelbesteuerungsabkommen, Kernthese des White Papers gegenüber Berlin und Brasília.
Quellen
Tiefer einsteigen
Lithiumpreise im ersten Quartal fast verdoppelt - Angebot bleibt knapp
Warum relevant: Bestätigt die CEO-Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen: Versorgungssicherheit entscheidet sich jetzt, und Lateinamerika ist der natürliche Partner.
Vertiefen ↓
Kontext
Batteriefähiges Lithiumcarbonat verteuerte sich auf rund 26.300 USD je Tonne, getrieben von Lieferverzögerungen und Simbabwes vorgezogenem Exportstopp für Rohkonzentrate. Auch Kupfer bleibt eng: wachsende Nachfrage trifft auf sinkende Lagerbestände, und die drei größten Raffinerienationen halten inzwischen 86 Prozent Marktanteil.
Für Mitglieder
Die Preisbewegung unterstreicht das Argument für Diversifizierung und Resilienz über Partnerschaften mit Chile, Argentinien und Brasilien, exakt die Stoßrichtung der CEO Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen.
Quellen
Tiefer einsteigen
DEUTZ steigt in den brasilianischen Markt ein und baut Energiegeschäft in Lateinamerika aus
Warum relevant: Beleg für die LADW-These, dass Lateinamerika über Automotive hinaus Wachstumsregion ist; Anknüpfungspunkt für die Mitgliederkommunikation.
Vertiefen ↓
Kontext
Der Kölner Motoren- und Energietechnikhersteller kündigte am 27. Mai den Markteintritt in Brasilien an und positioniert sich dort im Geschäft mit dezentraler Energieversorgung, einem Feld, das mit Rechenzentren, Agrarindustrie und Netzausbau wächst.
Für Mitglieder
Ein frisches Beispiel deutscher Diversifizierung in der Region, geeignet als Testimonial für das nächste Mitglieder-Update und als Gesprächsfaden für die Energie-Agenda der LADW.
Quellen
Tiefer einsteigen
Plan México nach gut einem Jahr: Investitionsquote bleibt unter dem Ziel
Warum relevant: Mexikos Industriepolitik entscheidet mit, wie attraktiv der Standort für deutsche Nearshoring-Investitionen wirklich ist.
Vertiefen ↓
Kontext
Die Bilanz von Präsidentin Sheinbaums Industrieprogramm ist gemischt: Die Exporte wachsen und der erste Industrie-Hub (Polo) wurde im April in Tlaxcala eröffnet (540 Mio. USD, über 6.000 Arbeitsplätze). Zugleich fiel die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe 2025 um gut 127.000 Stellen, und die Investitionsquote liegt mit rund 22 Prozent des BIP unter dem Ziel von 25 Prozent.
Für Mitglieder
Für Standortentscheidungen zählt weniger die Rhetorik als Energie- und Wasserverfügbarkeit sowie das USMCA-Ergebnis. Die Banxico-Zinssenkungen (Leitzins 6,75 Prozent) stützen immerhin die Binnenkonjunktur.
Quellen
Mexico News Daily →Americas Quarterly →
Tiefer einsteigenLADW im BlickKeine neuen Presse-Erwähnungen der LADW, ihrer Gremien oder des Vorsitzenden Thomas Schmall in den letzten 24 Stunden. Wird täglich überwacht.