Meldungen
G7-Gipfel in Évian ab heute: Trump in Europa, Transatlantik-Handel und USMCA im Schatten, Brasilien als Gast
Warum relevant: Der Gipfel setzt den Ton für die Handelspolitik der kommenden Wochen, von den US-Zöllen über die USMCA-Überprüfung bis zur Frage, wie geschlossen der Westen gegenüber China auftritt.
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Kontext
Frankreich richtet den G7-Gipfel vom 15. bis 17. Juni in Évian-les-Bains aus, zum zweiten Mal nach 2003. Erwartet werden die Staats- und Regierungschefs der sieben Mitglieder plus EU, dazu als Gäste unter anderem Brasilien, Indien, Südkorea, Ägypten und Kenia. Im Mittelpunkt stehen Handel und Wirtschaftssicherheit: US-Präsident Trump reist nach Europa, während seine Zoll-Drohungen weiter im Raum stehen und die USMCA-Überprüfung mit der Frist 1. Juli näher rückt. Kanadas Premier Carney moderiert seinen Ton, weil die Handelsgespräche mit Washington an dem Gipfel hängen.
Für Mitglieder
Der Gipfel bündelt mehrere Themen der Woche an einem Tisch. Für die deutsche Industrie zählt vor allem, ob es bei den transatlantischen Zöllen Bewegung gibt und wie eng sich die G7 in der China-Politik abstimmen. Beides prägt das Umfeld für Lieferketten und für die Diversifizierungsstrategie der LADW Richtung Lateinamerika.
Quellen
Rat der EU →Élysée →Al Jazeera →
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EU-US-Zollrahmen vor der Schlussabstimmung am 16. Juni: 15 Prozent Zoll, Trumps Frist zum 4. Juli, 25-Prozent-Drohung bei Autos
Warum relevant: Das Abkommen zementiert einen Basiszoll von 15 Prozent auf nahezu alle EU-Waren. Für die exportstarke deutsche Industrie, allen voran Automotive, geht es um Milliarden und um Planungssicherheit.
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Kontext
Das Europäische Parlament stimmt in seiner Plenarwoche in Straßburg am 16. Juni final über die Umsetzung des im Sommer 2025 in Turnberry vereinbarten Rahmenabkommens ab. Es belegt die meisten EU-Ausfuhren mit 15 Prozent Zoll. Der Handelsausschuss billigte am 19. Mai einen Kompromiss: Die Kommission kann das Abkommen auf Verlangen von Parlament oder eines Mitgliedstaats aussetzen, falls die USA ihre Zölle auf Stahl und Aluminium nicht bis Ende 2026 zurücknehmen. Das Abkommen läuft bis Ende 2029. Ob der Text die Schlussabstimmung übersteht, gilt als offen. Trump hat 25 Prozent Zoll auf EU-Autos angedroht, sollte die EU nicht bis zum 4. Juli umsetzen.
Für Mitglieder
Der 15-Prozent-Zoll ist für viele Mitglieder bereits eingepreist, die eigentliche Unsicherheit liegt im politischen Prozess und in der Auto-Drohung. Eine breitere geografische Aufstellung, gerade Richtung Lateinamerika, gewinnt als Resilienzstrategie an Gewicht.
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Europäischer Rat am 18./19. Juni: Mandat für härtere China-Linie und Made-in-Europe-Instrumente
Warum relevant: Die Staats- und Regierungschefs richten die EU-China-Politik neu aus. Schutzinstrumente und lokale Mindestanteile berühren direkt die Lieferketten und Absatzmärkte der deutschen Industrie.
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Kontext
Die Kommission sucht beim Gipfel ein Mandat für eine robustere Linie gegenüber Pekings Überkapazitäten. Im Gespräch sind ein neues Überkapazitäts-Instrument zur Begrenzung von Importen in einzelnen Sektoren sowie ein Made-in-Europe-Ansatz mit lokalen Mindestanteilen für strategische Branchen. EVP-Fraktionschef Weber drängt auf eine deutlich härtere Haltung. Parallel ersetzt die EU die Zölle auf chinesische E-Autos schrittweise durch ein Mindestpreissystem. China lobbyiert intensiv und droht mit Gegenmaßnahmen.
Für Mitglieder
Jede Verschärfung wirkt in beide Richtungen: Schutz vor subventionierten Importen, aber auch Risiko chinesischer Vergeltung gegen deutsche Exporteure. Das stärkt das Kernargument der LADW, Lieferketten über Diversifizierung und Resilienz breiter aufzustellen, mit Lateinamerika als natürlichem Partner.
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USMCA: Zweite Verhandlungsrunde USA-Mexiko am 16./17. Juni in Washington, Verlängerung bis 2042 beantragt
Warum relevant: Eine planbare Verlängerung statt jährlicher Überprüfungen würde das Standortkalkül für die Mexiko-Fertigung der deutschen Industrie deutlich stabilisieren.
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Kontext
Nach der ersten Runde am 28./29. Mai in Mexiko-Stadt folgt am 16. und 17. Juni die zweite bilaterale Runde USA-Mexiko in Washington, Themen sind Landwirtschaft und faire Wettbewerbsbedingungen. Mexikos Wirtschaftsminister Ebrard hatte Anfang Juni eine Verlängerung des Abkommens um 16 Jahre bis 2042 beantragt, Kanada zog einen Tag später nach. Beide bevorzugen die feste Verlängerung gegenüber jährlichen Überprüfungen. Die gemeinsame Überprüfung startet zum 1. Juli, danach läuft eine Zehnjahresfrist. Auf der Agenda stehen unter anderem die Ursprungsregeln für Autos und neue Beschränkungen für chinesische Firmen in Nordamerika.
Für Mitglieder
Mitglieder mit Nearshoring-Plänen sollten die Runden eng verfolgen: Der Unterschied zwischen fester Verlängerung und Dauerprüfung entscheidet über die Investitionssicherheit in Automotive und Elektroindustrie.
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Super-Quarta am 17. Juni: Copom und US-Notenbank entscheiden, brasilianische Inflation über dem Ziel
Warum relevant: Zinsniveau und Inflationspfad bestimmen Finanzierungskosten und Realwechselkurs für deutsche Töchter und Exporteure in Brasilien.
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Kontext
Der Leitzins Selic liegt bei 14,50 Prozent, nach der Senkung von Ende April. Zur Super-Quarta am 17. Juni entscheiden Copom und US-Notenbank am selben Tag. Der Markt ist gespalten, ein Teil rechnet mit einer weiteren kleinen Senkung, ein Teil mit einer Pause. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,72 Prozent gegenüber Vorjahr und liegen damit über dem Zielband von 4,5 Prozent. Belastend wirken zudem die Energiepreise im Umfeld der Nahostspannungen. Im Hintergrund prägen die Oktoberwahlen 2026 zunehmend die Erwartungen, Präsident Lula drängt öffentlich auf schnellere Zinssenkungen.
Für Mitglieder
Hohe Realzinsen verteuern lokale Finanzierung, stützen aber den Real. Für Investitions- und Hedging-Entscheidungen ist der Ton der Copom-Kommunikation wichtiger als die Einzelentscheidung.
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EU und Mexiko unterzeichnen modernisiertes Globalabkommen mit Investitionsgerichtshof
Warum relevant: Bessere Marktzugänge und ein verlässlicher Investitionsschutz schaffen genau zur USMCA-Unsicherheit eine zweite, stabile Säule für deutsche Mexiko-Engagements.
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Kontext
Am 22. Mai unterzeichneten die EU und Mexiko das modernisierte Globalabkommen samt Interims-Handelsabkommen; der Rat hatte die Abkommen am 11. Mai gebilligt. Das Paket beseitigt nahezu alle verbleibenden Zölle, streicht 95 Prozent der hohen mexikanischen Agrarzölle, schützt 568 geografische Herkunftsangaben und ersetzt das alte Schiedssystem durch einen Investitionsgerichtshof. Der EU-Investitionsbestand in Mexiko lag 2024 bei 207 Milliarden Euro.
Für Mitglieder
Der modernisierte Rahmen senkt Zoll- und Rechtsrisiken für Exporte und Direktinvestitionen. Effekte werden zuerst in Automotive und Zulieferindustrie erwartet, ein Argument für Mexiko als europäisch flankierten Standort unabhängig vom USMCA-Ausgang.
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Mercosur: Vorläufige Anwendung läuft, EuGH-Gutachten verzögert die volle Ratifizierung
Warum relevant: Die Zollvorteile gelten bereits, doch das angerufene EuGH-Gutachten kann die endgültige Ratifizierung um deutlich über ein Jahr verschieben.
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Kontext
Das Europäische Parlament hat den EuGH am 21. Januar mit knapper Mehrheit um ein Gutachten zur Vereinbarkeit des Abkommens mit den EU-Verträgen ersucht. Solche Verfahren dauern erfahrungsgemäß über ein Jahr. Die Kommission setzte die vorläufige Anwendung des Interims-Handelsabkommens dennoch in Kraft, sie läuft seit dem 1. Mai 2026. Ein negatives Gutachten würde die Ratifizierung blockieren, sofern nicht nachgebessert wird. Brasilien strebt seinen Abschluss der Ratifizierung noch 2026 an.
Für Mitglieder
Planungsgrundlage bleibt die vorläufige Anwendung: Zollvorteile für Industriegüter sind bereits nutzbar. Für langfristige Investitionen bleibt die Ratifizierungsunsicherheit ein Faktor, den die LADW in Berlin und Brüssel adressieren sollte.
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Kolumbien vor der Stichwahl am 21. Juni: neue Umfrage sieht de la Espriella vor Cepeda
Warum relevant: Der Ausgang bestimmt Kolumbiens Wirtschafts- und Außenkurs, einschließlich der Beziehungen zu den USA und der Rohstoffpolitik.
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Kontext
In der ersten Runde am 31. Mai lag der rechtsgerichtete Außenseiter Abelardo de la Espriella mit 43,7 Prozent vor dem Senator des regierenden Pacto Histórico, Iván Cepeda, mit 40,9 Prozent. Eine am 10. Juni veröffentlichte AtlasIntel-Umfrage sieht de la Espriella in der Stichwahl bei 52,6 Prozent gegenüber 44,8 Prozent für Cepeda. Analysten erwarten dennoch ein knappes Rennen in einem stark polarisierten Klima. De la Espriella wirbt für einen Sicherheitskurs und wirtschaftsfreundliche Politik, Cepeda für eine Fortsetzung der Reformen Petros.
Für Mitglieder
Für Mitglieder mit Engagement in den Anden zählt vor allem die Berechenbarkeit von Energie-, Bergbau- und Außenwirtschaftspolitik. Bis zur Stichwahl empfiehlt sich Zurückhaltung bei neuen Festlegungen.
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Rohstoffe: Lithium gibt nach, Kupfer in strukturellem Defizit, Versorgungssicherheit bleibt das Thema
Warum relevant: Die Preisbewegungen bestätigen die CEO-Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen: Versorgungssicherheit bleibt das strategische Thema, Lateinamerika der natürliche Partner.
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Kontext
Nach dem Höhenflug im ersten Quartal gibt batteriefähiges Lithiumcarbonat wieder nach, weil höhere Preise stillgelegte Minen zurück in den Markt holten. Strukturell bleibt das Angebot eng. Bei Kupfer rechnet die chilenische Behörde Cochilco mit einem Jahresdurchschnitt um 4,55 US-Dollar je Pfund für 2026 und einem Angebotsdefizit von rund 330.000 Tonnen, getrieben unter anderem durch Förderausfälle in Indonesien und Chile. Chiles Kupferproduktion soll 2026 um 2,5 Prozent auf 5,6 Millionen Tonnen wachsen.
Für Mitglieder
Die Volatilität unterstreicht das Argument für langfristige Partnerschaften mit Chile, Argentinien und Brasilien statt kurzfristiger Spotbeschaffung, exakt die Stoßrichtung der CEO Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen.
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Argentinien: Inflation im Mai bei 2,1 Prozent, doch hohe Fälligkeiten belasten 2026
Warum relevant: Die Disinflation verbessert den Investment Case für Rohstoff- und Energieprojekte, das Finanzierungs- und Reservenrisiko bleibt aber hoch.
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Kontext
Die Monatsinflation lag im Mai laut INDEC bei 2,1 Prozent, der zweite Rückgang in Folge nach 2,6 Prozent im April; über zwölf Monate sind es 33,2 Prozent, im Jahresverlauf 14,7 Prozent. Zugleich bleibt das Bild fragil: Die Zentralbank steht unter Druck, im Rahmen der IWF-Ziele Reserven aufzubauen, und kauft seit Jahresbeginn Devisen. Die Netto-Reserven sind nur leicht positiv. Der Peso bewegt sich weiter in einem engen Band.
Für Mitglieder
Für Mitglieder mit Lithium-, Kupfer- und Energieinteressen verbessert sich der Investment Case spürbar. Projekte sollten aber gegen Wechselkurs- und Finanzierungsrisiken breit abgesichert werden, die Reformkoalition bleibt fragiler als die Marktdaten nahelegen.
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Deutsche Autobauer in Mexiko zwischen USMCA-Risiko und EU-Abkommen-Chance
Warum relevant: Die Standortentscheidungen der Mitglieder in Mexiko hängen unmittelbar an den beiden Großthemen der Woche, USMCA-Überprüfung und neuem EU-Mexiko-Abkommen.
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Kontext
Die deutschen Hersteller justieren ihr Mexiko-Engagement: BMW will ab 2027 Elektroautos im Werk San Luis Potosí bauen, während das Mercedes-Benz-Gemeinschaftswerk COMPAS in Aguascalientes seine Produktion 2026 beendet. Das Umfeld ist gemischt: Banxico senkte die Wachstumsprognose 2026 auf 1,1 Prozent nach einem schwachen ersten Quartal, zugleich erreichten die Exporte in die USA im April mit 50,7 Milliarden Dollar einen Rekord. Die USMCA-Überprüfung bringt Zoll- und Ursprungsregel-Risiken, das frisch unterzeichnete EU-Mexiko-Abkommen wirkt stützend.
Für Mitglieder
Mexiko bleibt Schlüsselstandort, aber das Kalkül wird komplexer. Energie- und Wasserverfügbarkeit, USMCA-Ergebnis und der nun europäisch flankierte Marktzugang sollten in jede Szenariorechnung einfließen. Ein Thema für den nächsten Mitgliederaustausch der LADW.
Quellen
Tiefer einsteigenLADW im BlickKeine neuen Presse-Erwähnungen der LADW, ihrer Gremien oder des Vorsitzenden Thomas Schmall in den letzten 24 Stunden. Wird täglich überwacht.