LADW - Lateinamerika-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Morning Brief

Freitag, 12. Juni 2026  ·  Ausgabe 1  ·  Lesezeit 1 - 5 Min

Top News

01China sagt hochrangige Treffen mit der EU kurzfristig ab Geopolitik 02EU streicht Brasilien von der Lebensmittel-Positivliste, Importstopp ab 3. September droht Brüssel 03USMCA: Gespräche laufen, formelle Überprüfung startet am 1. Juli Mexiko 04Mercosur: Vorläufige Anwendung läuft, volle Ratifizierung weiter offen Brüssel 05Argentinien: Inflation fällt auf 2,1 Prozent, Fitch stuft auf B- hoch Argentinien 06Steuerreform Brasilien im Testjahr: CBS und IBS auf jeder Rechnung Brasilien 07Lithiumpreise im ersten Quartal fast verdoppelt, Angebot bleibt knapp Rohstoffe 08DEUTZ steigt in den brasilianischen Markt ein Mitglieder 09Plan México nach gut einem Jahr: Investitionsquote unter Ziel Mexiko

Meldungen

GeopolitikRisiko

China sagt hochrangige Treffen mit der EU kurzfristig ab

Warum relevant: Eskalation eine Woche vor dem EU-Gipfel, der eine härtere China-Linie berät. Direkter Druck auf die Handelsagenda der deutschen Industrie.

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Kontext

Laut Financial Times hat Peking zwei Termine kurzfristig abgesagt: den Digitaldialog auf Ministerebene (geplant für den 23. Juni in Peking) und ein Treffen mit dem stellvertretenden Generalsekretär des Auswärtigen Dienstes, Olof Skoog. Hintergrund sind die Spannungen um Chinas Exportoffensive in die EU; die Absage gilt als Signal an die Staats- und Regierungschefs vor dem Gipfel. Chinas Außenministerium erklärt, man bleibe "in Kommunikation".

Für Mitglieder

Jede Eskalation mit Peking erhöht den Wert von Diversifizierung und Resilienz in den Lieferketten, das Kernargument der LADW für Lateinamerika. Beobachten: Reaktion des EU-Gipfels und mögliche Gegenmaßnahmen mit Folgen für Vorprodukte.

Quellen

MarketScreener / FT →SCMP →

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Berlin & BrüsselRisiko

EU streicht Brasilien von der Lebensmittel-Positivliste - Importstopp ab 3. September droht

Warum relevant: Erster großer Handelskonflikt seit der vorläufigen Anwendung des Mercosur-Abkommens am 1. Mai. Belastet genau das Ratifizierungsklima, für das die Bundesregierung wirbt.

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Kontext

Brasilien ist das erste Land, das von der EU-Liste der Staaten gestrichen wird, die die Antibiotika-Standards für Lebensmittel erfüllen. Betroffen sind Rind, Geflügel, Eier, Aquakultur und Honig. Der Stopp greift ab dem 3. September, falls Brasília bis dahin keine Garantien vorlegt; Lieferungen laufen vorerst weiter. Brasiliens EU-Botschafter verhandelt bereits über eine Wiederaufnahme.

Für Mitglieder

Eskalationsrisiko für das gesamte Handelsklima: Gegenmaßnahmen Brasílias könnten auch Industriegüter treffen, und der Vorgang liefert Abkommensgegnern im Europäischen Parlament Munition. Ein Thema für die nächsten Gespräche in Berlin und Brüssel.

Quellen

Euronews →S&P Global →

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Mexiko

USMCA: Gespräche laufen, formelle Überprüfung startet am 1. Juli

Warum relevant: Der Ausgang bestimmt das Standortkalkül für die Mexiko-Fertigung der deutschen Industrie, vom Zollregime bis zu den Ursprungsregeln.

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Kontext

Die erste gemeinsame Überprüfung des Abkommens beginnt formell am 1. Juli 2026, sechs Jahre nach Inkrafttreten; bilaterale Gespräche zwischen Washington und Mexiko-Stadt laufen seit Mitte März. Bestätigen nicht alle drei Länder die Fortführung, wechselt das Abkommen in jährliche Überprüfungen bis 2036, ein Damoklesschwert für langfristige Investitionen.

Für Mitglieder

Mitglieder mit Nearshoring-Plänen sollten Szenarien rechnen: Verlängerung, Dauerprüfung oder Neuverhandlung mit schärferen Ursprungsregeln treffen Automotive und Elektroindustrie unterschiedlich hart.

Quellen

Brookings →CSIS →

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Berlin & Brüssel

Mercosur: Vorläufige Anwendung läuft, volle Ratifizierung weiter offen

Warum relevant: Der Zollabbau gilt bereits, doch das angefragte EuGH-Gutachten kann die endgültige Ratifizierung um bis zu zwei Jahre verzögern.

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Kontext

Seit dem 1. Mai wird das Interims-Handelsabkommen mit allen vier Mercosur-Staaten vorläufig angewendet; alle Mercosur-Parlamente haben ratifiziert. Auf EU-Seite steht die Zustimmung der Parlamente noch aus, und das Europäische Parlament hat den EuGH angerufen, um die Zulässigkeit der vorläufigen Anwendung zu klären.

Für Mitglieder

Planungsgrundlage bleibt die vorläufige Anwendung: Zollvorteile für Industriegüter können bereits genutzt werden. Für Investitionsentscheidungen mit langem Horizont bleibt die Ratifizierungsunsicherheit jedoch ein Faktor, den die LADW in Berlin adressieren sollte.

Quellen

Rat der EU →EU-Kommission →

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ArgentinienChance

Inflation fällt auf 2,1 Prozent - Fitch stuft Argentinien auf B- hoch

Warum relevant: Bessere Finanzierungsbedingungen öffnen ein Fenster für Rohstoff- und Energieprojekte; das politische Risiko bleibt aber hoch.

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Kontext

Die Monatsinflation sank im Mai auf 2,1 Prozent (April: 2,6), der zweite Rückgang in Folge; über zwölf Monate liegt sie bei 33,2 Prozent. Fitch hob das Rating von CCC+ auf B- an, der IWF erwartet rund 4 Prozent Wachstum 2026 und 2027. Gegenwind: schwache Industrieaktivität, Korruptionsvorwürfe und sinkende Zustimmung für die Regierung Milei.

Für Mitglieder

Für Mitglieder mit Lithium-, Kupfer- und Energieinteressen verbessert sich der Investment Case spürbar. Zugleich gilt: Projekte politisch breit absichern, die Reformkoalition ist fragiler als die Marktdaten nahelegen.

Quellen

Economic News Brasil →CNN Brasil →

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Brasilien

Steuerreform im Testjahr: CBS und IBS stehen jetzt auf jeder Rechnung

Warum relevant: Direkter Bezug zum DBA-Dossier der LADW; die Übergangsregeln bestimmen den Compliance-Aufwand deutscher Tochtergesellschaften.

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Kontext

Seit Januar müssen Rechnungen die neuen Steuern CBS (Bund) und IBS (Staaten und Kommunen) mit zusammen 1 Prozent ausweisen; sie ersetzen schrittweise PIS, Cofins, ICMS und ISS. Das Verwaltungsgremium des IBS wurde per Ergänzungsgesetz 227/2026 geschaffen. Unternehmen sollten die laufenden Durchführungsverordnungen eng verfolgen.

Für Mitglieder

Das Testjahr 2026 entscheidet, wie aufwendig die Umstellung wird. Für die LADW verändert die neue Systematik zugleich die Argumentationsgrundlage für ein Doppelbesteuerungsabkommen, Kernthese des White Papers gegenüber Berlin und Brasília.

Quellen

Senado Federal →Tax Group →

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Rohstoffe

Lithiumpreise im ersten Quartal fast verdoppelt - Angebot bleibt knapp

Warum relevant: Bestätigt die CEO-Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen: Versorgungssicherheit entscheidet sich jetzt, und Lateinamerika ist der natürliche Partner.

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Kontext

Batteriefähiges Lithiumcarbonat verteuerte sich auf rund 26.300 USD je Tonne, getrieben von Lieferverzögerungen und Simbabwes vorgezogenem Exportstopp für Rohkonzentrate. Auch Kupfer bleibt eng: wachsende Nachfrage trifft auf sinkende Lagerbestände, und die drei größten Raffinerienationen halten inzwischen 86 Prozent Marktanteil.

Für Mitglieder

Die Preisbewegung unterstreicht das Argument für Diversifizierung und Resilienz über Partnerschaften mit Chile, Argentinien und Brasilien, exakt die Stoßrichtung der CEO Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen.

Quellen

Investing News →J.P. Morgan →

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Mitglieder & Branchen

DEUTZ steigt in den brasilianischen Markt ein und baut Energiegeschäft in Lateinamerika aus

Warum relevant: Beleg für die LADW-These, dass Lateinamerika über Automotive hinaus Wachstumsregion ist; Anknüpfungspunkt für die Mitgliederkommunikation.

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Kontext

Der Kölner Motoren- und Energietechnikhersteller kündigte am 27. Mai den Markteintritt in Brasilien an und positioniert sich dort im Geschäft mit dezentraler Energieversorgung, einem Feld, das mit Rechenzentren, Agrarindustrie und Netzausbau wächst.

Für Mitglieder

Ein frisches Beispiel deutscher Diversifizierung in der Region, geeignet als Testimonial für das nächste Mitglieder-Update und als Gesprächsfaden für die Energie-Agenda der LADW.

Quellen

EQS / finanzen.at →

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Mexiko

Plan México nach gut einem Jahr: Investitionsquote bleibt unter dem Ziel

Warum relevant: Mexikos Industriepolitik entscheidet mit, wie attraktiv der Standort für deutsche Nearshoring-Investitionen wirklich ist.

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Kontext

Die Bilanz von Präsidentin Sheinbaums Industrieprogramm ist gemischt: Die Exporte wachsen und der erste Industrie-Hub (Polo) wurde im April in Tlaxcala eröffnet (540 Mio. USD, über 6.000 Arbeitsplätze). Zugleich fiel die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe 2025 um gut 127.000 Stellen, und die Investitionsquote liegt mit rund 22 Prozent des BIP unter dem Ziel von 25 Prozent.

Für Mitglieder

Für Standortentscheidungen zählt weniger die Rhetorik als Energie- und Wasserverfügbarkeit sowie das USMCA-Ergebnis. Die Banxico-Zinssenkungen (Leitzins 6,75 Prozent) stützen immerhin die Binnenkonjunktur.

Quellen

Mexico News Daily →Americas Quarterly →

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LADW im BlickKeine neuen Presse-Erwähnungen der LADW, ihrer Gremien oder des Vorsitzenden Thomas Schmall in den letzten 24 Stunden. Wird täglich überwacht.

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