Meldungen
Europäischer Rat am 18./19. Juni: Mandat für härtere China-Linie und Made-in-Europe-Instrumente
Warum relevant: Die Staats- und Regierungschefs richten die EU-China-Politik neu aus. Schutzinstrumente und lokale Mindestanteile berühren direkt die Lieferketten und Absatzmärkte der deutschen Industrie.
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Kontext
Die Kommission sucht beim Gipfel ein Mandat für eine robustere Linie gegenüber Pekings Überkapazitäten. Im Gespräch sind ein neues Überkapazitäts-Instrument zur Begrenzung von Importen in einzelnen Sektoren sowie ein Made-in-Europe-Ansatz mit lokalen Mindestanteilen für strategische Branchen. Von der Leyen begründet das mit drohender De-Industrialisierung, eine Mehrheit der 27 Kommissare trägt den Kurs mit. China lobbyiert intensiv und droht mit Gegenmaßnahmen.
Für Mitglieder
Jede Verschärfung wirkt in beide Richtungen: Schutz vor subventionierten Importen, aber auch Risiko chinesischer Vergeltung gegen deutsche Exporteure. Das stärkt das Kernargument der LADW, Lieferketten über Diversifizierung und Resilienz breiter aufzustellen, mit Lateinamerika als natürlichem Partner.
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EU-Stahlschutz läuft am 30. Juni aus, neues Zollkontingent-Regime ab 1. Juli verschärft die Importregeln
Warum relevant: Höhere Zölle und kleinere Kontingente treffen die gesamte stahlverarbeitende Wertschöpfungskette in Deutschland, von Automotive bis Maschinenbau.
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Kontext
Die bestehende Stahl-Schutzklausel endet am 30. Juni, ab 1. Juli greift ein neues Zollkontingent-Regime. Die zollfreien Importmengen sinken um rund die Hälfte, der Zoll oberhalb der Quote steigt von 25 auf 50 Prozent. Parallel verteuert der CO2-Grenzausgleich CBAM die eingebetteten Emissionen importierten Stahls. Die politische Einigung dazu fiel im April 2026.
Für Mitglieder
Steigende Vorproduktkosten und Bezugsunsicherheit erhöhen den Druck, Beschaffung und Standorte zu überdenken. Lateinamerikanische Lieferanten und CBAM-konforme Produktion in der Region rücken stärker in den Blick.
Quellen
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USMCA: Mexiko und Kanada beantragen Verlängerung bis 2042, nächste Runde am 16./17. Juni in Washington
Warum relevant: Eine planbare Verlängerung statt jährlicher Überprüfungen würde das Standortkalkül für die Mexiko-Fertigung der deutschen Industrie deutlich stabilisieren.
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Kontext
In einem Schreiben vom 1. Juni an US-Handelsbeauftragten Greer und den kanadischen Handelsminister LeBlanc beantragte Mexikos Wirtschaftsminister Ebrard eine Verlängerung des Abkommens um 16 Jahre bis 2042; Kanada zog einen Tag später nach. Beide bevorzugen die feste Verlängerung gegenüber dem Szenario jährlicher Überprüfungen. Die zweite bilaterale Runde USA-Mexiko ist für den 16. und 17. Juni in Washington angesetzt. Mexiko will zugleich eine Entlastung von den US-Zöllen auf Stahl, Aluminium und Fahrzeuge erreichen.
Für Mitglieder
Mitglieder mit Nearshoring-Plänen sollten die Runden eng verfolgen: Der Unterschied zwischen fester Verlängerung und Dauerprüfung entscheidet über die Investitionssicherheit in Automotive und Elektroindustrie.
Quellen
U.S. News / Reuters →Mexico News Daily →
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EU und Mexiko unterzeichnen modernisiertes Globalabkommen mit Investitionsgerichtshof
Warum relevant: Bessere Marktzugänge und ein verlässlicher Investitionsschutz schaffen genau zur USMCA-Unsicherheit eine zweite, stabile Säule für deutsche Mexiko-Engagements.
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Kontext
Am 22. Mai unterzeichneten die EU und Mexiko das modernisierte Globalabkommen samt Interims-Handelsabkommen; der Rat hatte die Abkommen am 11. Mai gebilligt. Das Paket beseitigt nahezu alle verbleibenden Zölle, streicht 95 Prozent der hohen mexikanischen Agrarzölle, schützt 568 geografische Herkunftsangaben und ersetzt das alte Schiedssystem durch einen Investitionsgerichtshof. Der EU-Investitionsbestand in Mexiko lag 2024 bei 207 Milliarden Euro.
Für Mitglieder
Der modernisierte Rahmen senkt Zoll- und Rechtsrisiken für Exporte und Direktinvestitionen. Effekte werden zuerst in Automotive und Zulieferindustrie erwartet, ein Argument für Mexiko als europäisch flankierten Standort unabhängig vom USMCA-Ausgang.
Quellen
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Mercosur: Vorläufige Anwendung läuft, EuGH-Gutachten verzögert die volle Ratifizierung
Warum relevant: Die Zollvorteile gelten bereits, doch das angerufene EuGH-Gutachten kann die endgültige Ratifizierung um deutlich über ein Jahr verschieben.
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Kontext
Das Europäische Parlament hat den EuGH am 21. Januar mit knapper Mehrheit (334 zu 324) um ein Gutachten zur Vereinbarkeit des Abkommens mit den EU-Verträgen ersucht. Solche Verfahren dauern erfahrungsgemäß 16 bis 26 Monate. Die Kommission setzte die vorläufige Anwendung des Interims-Handelsabkommens dennoch in Kraft; sie läuft seit Mai. Ein negatives Gutachten würde die Ratifizierung blockieren, sofern nicht nachgebessert wird.
Für Mitglieder
Planungsgrundlage bleibt die vorläufige Anwendung: Zollvorteile für Industriegüter sind bereits nutzbar. Für langfristige Investitionen bleibt die Ratifizierungsunsicherheit ein Faktor, den die LADW in Berlin und Brüssel adressieren sollte.
Quellen
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Super-Quarta am 17. Juni: Copom entscheidet über die Selic, Inflationsprognose über dem Ziel
Warum relevant: Zinsniveau und Inflationspfad bestimmen Finanzierungskosten und Realwechselkurs für deutsche Töchter und Exporteure in Brasilien.
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Kontext
Der Leitzins Selic liegt bei 14,50 Prozent, nach der Senkung von Ende April. Der Markt erwartet zur Super-Quarta am 17. Juni mehrheitlich eine Pause; am selben Tag tagt auch die US-Notenbank. Der Focus-Bericht sieht die Inflation 2026 bei 4,86 Prozent und damit über dem Zielband von 4,5 Prozent, getrieben von Energie- und Lebensmittelpreisen. Das Copom ist zudem unterbesetzt, da zwei Direktorenmandate offen sind, und Präsident Lula drängt öffentlich auf schnellere Zinssenkungen.
Für Mitglieder
Hohe Realzinsen verteuern lokale Finanzierung, stützen aber den Real. Für Investitions- und Hedging-Entscheidungen ist der Ton der Copom-Kommunikation wichtiger als die Einzelentscheidung. Im Hintergrund prägen die Oktoberwahlen 2026 zunehmend die Erwartungen.
Quellen
Agência Brasil →Gazeta do Povo →
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Lithium gibt nach dem Q1-Höhenflug nach, strukturelle Knappheit bleibt
Warum relevant: Die Preisbewegung bestätigt die CEO-Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen: Versorgungssicherheit bleibt das strategische Thema, Lateinamerika der natürliche Partner.
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Kontext
Nach der Verdopplung im ersten Quartal auf rund 26.300 USD je Tonne gibt batteriefähiges Lithiumcarbonat nun nach: Der chinesische Spotpreis fiel im Juni auf etwa 163.000 CNY je Tonne, den tiefsten Stand seit rund zwei Monaten, weil höhere Preise stillgelegte Minen wie Bald Hill und Finniss zurück in den Markt holten. Strukturell bleibt das Angebot eng, auch wegen Simbabwes Exportbeschränkungen für Konzentrate.
Für Mitglieder
Die Volatilität unterstreicht das Argument für langfristige Partnerschaften mit Chile, Argentinien und Brasilien statt kurzfristiger Spotbeschaffung, exakt die Stoßrichtung der CEO Agenda der LADW zu kritischen Rohstoffen.
Quellen
Investing News →Trading Economics →
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Argentinien: Inflation bei 2,1 Prozent, doch 19 Milliarden Dollar Fälligkeiten belasten 2026
Warum relevant: Die Disinflation verbessert den Investment Case für Rohstoff- und Energieprojekte, das Finanzierungs- und Reservenrisiko bleibt aber hoch.
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Kontext
Die Monatsinflation lag im Mai bei 2,1 Prozent, der zweite Rückgang in Folge; über zwölf Monate sind es 33,2 Prozent. Fitch hob das Rating zuletzt auf B- an. Zugleich bleibt das Bild fragil: Die Zentralbank steht unter Druck, im Rahmen der IWF-Ziele Reserven aufzubauen, und 2026 stehen Fälligkeiten von über 19 Milliarden Dollar an. Der Peso bewegt sich weiter in einem engen Band.
Für Mitglieder
Für Mitglieder mit Lithium-, Kupfer- und Energieinteressen verbessert sich der Investment Case spürbar. Projekte sollten aber gegen Wechselkurs- und Finanzierungsrisiken breit abgesichert werden, die Reformkoalition bleibt fragiler als die Marktdaten nahelegen.
Quellen
Buenos Aires Herald →Americas Quarterly →
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Kolumbien vor der Stichwahl am 21. Juni: Rechtsaußen de la Espriella gegen Linkssenator Cepeda
Warum relevant: Der Ausgang bestimmt Kolumbiens Wirtschafts- und Außenkurs, einschließlich der Beziehungen zu den USA und der Rohstoffpolitik.
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Kontext
In der ersten Runde am 31. Mai lag der rechtsgerichtete Außenseiter Abelardo de la Espriella mit 44 Prozent vor dem Senator des regierenden Pacto Histórico, Iván Cepeda, mit 41 Prozent. Da niemand die absolute Mehrheit erreichte, entscheidet die Stichwahl am 21. Juni. Amtsinhaber Petro, der nicht erneut antreten darf, zweifelt die Auszählung ohne Belege an, was das politische Klima zusätzlich auflädt.
Für Mitglieder
Für Mitglieder mit Engagement in den Anden zählt vor allem die Berechenbarkeit von Energie-, Bergbau- und Außenwirtschaftspolitik. Bis zur Stichwahl empfiehlt sich Zurückhaltung bei neuen Festlegungen.
Quellen
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Deutsche Autobauer in Mexiko zwischen USMCA-Risiko und EU-Abkommen-Chance
Warum relevant: Die Standortentscheidungen der Mitglieder in Mexiko hängen unmittelbar an den beiden Großthemen der Woche, USMCA-Überprüfung und neuem EU-Mexiko-Abkommen.
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Kontext
Die deutschen Hersteller justieren ihr Mexiko-Engagement: BMW will ab 2027 Elektroautos im Werk San Luis Potosí bauen, während das Mercedes-Benz-Gemeinschaftswerk COMPAS in Aguascalientes seine Produktion 2026 beendet. Beide Entscheidungen fallen in ein Umfeld, das einerseits durch die USMCA-Überprüfung mit Zoll- und Ursprungsregel-Risiken belastet, andererseits durch das frisch unterzeichnete EU-Mexiko-Abkommen gestützt wird.
Für Mitglieder
Mexiko bleibt Schlüsselstandort, aber das Kalkül wird komplexer. Energie- und Wasserverfügbarkeit, USMCA-Ergebnis und der nun europäisch flankierte Marktzugang sollten in jede Szenariorechnung einfließen. Ein Thema für den nächsten Mitgliederaustausch der LADW.
Quellen
Tiefer einsteigenLADW im BlickKeine neuen Presse-Erwähnungen der LADW, ihrer Gremien oder des Vorsitzenden Thomas Schmall in den letzten 24 Stunden. Wird täglich überwacht.